Abendsportfest Horgau – DNF

Während sich Läufer im Laufe ihrer Karriere meist auf immer längere Distanzen wagen, ist es bei mir genau umgekehrt. Über Halbmarathon, Marathon und Ultradistanzen fand ich meine Liebe zu kürzeren Rennen erst, nachdem mich mein Meniskus mehr oder weniger dazu zwang. Um die Liste nach unten hin weiter zu komplettieren, wollte ich im Rahmen des traditionsreichen Horgauer Abendsportfests die 3.000 m auf der Bahn absolvieren.

Nach Rückenproblemen Anfang der Woche entschied ich erst beim Einlaufen, tatsächlich an den Start zu gehen. Ich nahm bewusst gleich von Beginn an etwas Tempo heraus, um meinen Rücken zu schonen. Doch der Rücken war gar nicht das Problem. Wie schon während der letzten Intervalleinheiten hatte ich Probleme, genügend Luft zu bekommen. Nach 1.000 Metern lag meine Pace nur noch knapp unter 4:00 min/km, und mit jedem weiteren Meter musste ich zunehmend kämpfen. Nach 1.500 Metern war schließlich Schluss. Mein erstes DNF – und das bei meinem bisher kürzesten Rennen!

Die Atemnot verflog nach wenigen Minuten wieder, doch ich war schon richtig gefrustet. Nach dem Halbmarathon um den Altmühlsee mit zwei Gehpausen nun der zweite völlig verkorkste Wettkampf.

Ich entschied mich am nächsten Tag, einen Termin beim Hausarzt zu vereinbaren, um den Problemen näher auf den Grund zu gehen. Doch so weit kam es gar nicht mehr. Zwei Tage später verspürte ich in der Nacht eine so starke Atemnot und Schmerzen in der Flanke, dass ich meine Frau bat, mich in die Notaufnahme zu fahren. Dort stand nach wenigen Untersuchungen die Diagnose fest: Lungenembolie und eine dadurch entstandene Lungenentzündung.

Nach einem Tag auf der Intensivstation und ein paar weiteren Tagen auf der Normalstation konnte ich das Krankenhaus wieder verlassen. Wann und wo die Thrombose entstanden ist, die zur Embolie führte, konnte bisher nicht festgestellt werden. Dazu sind weitere Untersuchungen nötig.

Jetzt heißt es erst einmal, Ruhe zu geben und mich auszukurieren. Zugegebenermaßen nicht gerade meine leichteste Übung – in diesem Fall aber unbedingt angebracht!

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