Pace Race Nürnberg

Zwei Monate nach meiner Lungenembolie und der Lungenentzündung habe ich zwar mein Training wieder aufgenommen, doch von einer wettkampftauglichen Form bin ich noch weit entfernt. Deshalb habe ich diesmal die Rolle getauscht und meinen Sohn Niklas beim Pace Race in Nürnberg unterstützt.

Das Pace Race ist ein neues Wettkampfformat: Es müssen Runden von jeweils einem Kilometer innerhalb einer immer kürzer werdenden Cut-off-Zeit absolviert werden. Dazwischen hat man 60 Sekunden Zeit zur Regeneration. Die erste Runde startet mit einer Pace von 8:00 Minuten und steigert sich über 7:00, 6:30, 6:15 und 6:00 Minuten. Ab dann reduziert sich die Cut-off-Zeit jeweils um zehn Sekunden. Für Hobbyathletinnen und -athleten wird es also etwa ab Runde 17 mit einer Pace von 4:00 Minuten interessant.

Nach Berlin und Hamburg fand in Nürnberg die dritte Ausgabe statt. Die rund 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden in insgesamt vier Heats eingeteilt, von denen jeweils zwei parallel mit einem Abstand von drei Minuten stattfanden. Als Gelände wählten die Veranstalter das Zeppelinfeld.

Niklas startete im ersten Heat der Nachmittagssession. Die äußeren Bedingungen waren hervorragend: milde Temperaturen bei leicht bedecktem Himmel. Die ersten Runden verliefen naturgemäß sehr entspannt. Da zwei versetzte Wellen parallel auf der kurzen Runde unterwegs waren, wurde es einem als Zuschauer nie langweilig. Unterstützt von einem wirklich engagierten Moderator herrschte besonders im Start-Ziel-Bereich immer gute Stimmung.

Mit zunehmender Renndistanz scheiterten immer mehr Läuferinnen und Läufer an der Cut-off-Zeit. Niklas hielt sich stets im hinteren Teil des Feldes auf, um möglichst viel Energie zu sparen. Seine Taktik schien aufzugehen: Während einige Teilnehmer ausschieden, die bereits in den ersten Runden ein relativ hohes Tempo gelaufen waren, konnte sich Niklas in einem immer kleiner werdenden Grüppchen behaupten.

Die Runden 19 und 20 mit einer Pace von 3:40 beziehungsweise 3:30 Minuten meisterte er noch recht souverän. Die 3:20 Minuten für Runde 21 waren dann schon happiger, doch auch hier kam er noch innerhalb der Cut-off-Zeit ins Ziel und erreichte damit sein zuvor gestecktes Ziel. Selbstverständlich trat er auch noch zu Runde 22 an. Als ich ihn nach knapp drei Minuten in Richtung Ziel sprinten sah, war ihm anzusehen, dass er extrem kämpfen musste. Doch Niklas holte das letzte Quäntchen aus sich heraus und schaffte auch die 22. Runde. Bravo! Danach war allerdings Schluss: Zur nächsten Runde trat er gar nicht mehr an. Mit Platz 18 in der Gesamtwertung und Platz 6 in seiner Altersklasse konnte er mehr als zufrieden sein.

Der Sieger scheiterte übrigens nur knapp an der 25. Runde und stellte damit einen neuen Pace-Race-„Weltrekord“ auf.

Als Zuschauer muss ich sagen: Das Konzept funktioniert. Das Ganze ist sehr kurzweilig, und gegen Ende wird es richtig spannend. Dafür, dass dies erst die dritte Pace-Race-Veranstaltung war, gebührt dem Veranstalter großer Respekt für die reibungslose und professionelle Organisation. Vielleicht bin ich nächstes Jahr selbst dabei.

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